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Tätigkeitsbericht der SAP 2017

 

 

 

 

 

                                    Tätigkeitsbericht der SAP 2017

 

 

 

 

Schweizerische Autonome Pöstlergewerkschaft SAP: Jahr 13 

2016 konnten wir 59 Neueintretende aufnehmen und haben nun etwa 800 Mitglieder. Das stetige Wachstum der SAP ist ein gutes Zeichen, während die anderen zwei Postgewerkschaften Jahr für Jahr Mitglieder verlieren.

 

Aktion „Wir nebeln die Post ein“ 

Am 2.Oktober 2017 sind kämpferische SAP-Gewerkschafter, unterstützt von unseren Freunden der selbstverwalteten Gewerkschaft „Syndicat autogéré interprofessionnel“ und vom Kollektiv „Touche pas à ma boîte“ („Läng mi Briefchaschte nid aa“) sowie „Touche pas à ma poste“ („Lass mer miini Poscht“), gegen die Informations-Vernebelungsstrategie der Postdirektion vorgegangen und haben mit der Aktion „Vernebelt die Vernebelungstaktiker“ den Hauptsitz der Post in Bern symbolisch mit dunklen Wolken und Rauchschwaden eingehüllt. Ihr könnt Fotos davon auf unserer Internet-Seite ansehen.

 

Anerkennung als Gewerkschaft

Das waadtländer Kantonsgericht hat soeben unser Gesuch nach Sozialpartnerschaft mit der Post abgelehnt. Es meint, die SAP sei nicht loyal genug (was heisst: ‚nicht genug folgsam und gefügig der Post gegenüber’) und wir hätten nicht genug Mitglieder. Auch wenn wir gegen dieses Urteil Einspruch beim Bundesgericht erheben werden, rufen wir euch erneut dazu auf, unter euren Arbeitskollegen neue Mitglieder zu werben.

 

Gesprächs-Treffen mit der Post

Anfang 2017 beklagten wir, dass diese Sitzungen der Post nur als Alibi-Uebung für ein gutes Gewissen dienten: jedes Mal, wenn wir Fragen stellten, die stören (zu Sozialplänen, kollektiven Kündigungen etc.), weigerten sich die Postvertreter zu antworten. Um diese Treffen fortzusetzen, haben wir jetzt Bedingungen gestellt. Bis jetzt hat die Post unsere Bedingungen nicht akzeptiert, die Sitzungen sind also momentan auf ‚stand-by’ geschaltet.

 

Politisches zur Post

Im Moment wacht das Bundesparlament gerade auf und beginnt, sich um die fehlgeleiteten und überzogenen Zielsetzungen der Postleitung zu kümmern, was die Schliessung der Poststellen betrifft. Ein bisschen spät: in 18 Jahren sind wir von 3500 Poststellen bei weniger als 800 angelangt!

Der jüngste Entscheid des Ständerats verlangt, dass die Leistungen des Zahlungsverkehrs auch in den Partner-Agenturen zur Verfügung stehen müssen und dass die Erreichbarkeitskriterien bei vollwertigen Poststellen für jede Region einzeln zu berechnen sind und nicht nur im nationalen Durchschnitt.

 

 

 

 

 

 

Poststellenschliessungen und die Konsequenzen für das Personal

Die Post hat schon Hunderte Mitarbeiter des Poststellennetzes entlassen. Sie hat ihnen gekündigt, ohne die gesetzlichen Anforderungen bei kollektiven Entlassungen zu erfüllen. Das heisst, man kann bei jeder Entlassung Einspruch erheben und sie anfechten. Die Abfindungen, die den gekündigten Mitarbeitern zu zahlen sind, betragen ca. ein Jahresgehalt. Wir ermuntern alle Kolleginnen und Kollegen, die bei Poststellen&Verkauf ihre Arbeit verloren haben, uns das mitzuteilen und vor Gericht zu ziehen, wegen missbräuchlicher Kündigung.

 

Pensionskasse Post

Seit der Gründung der Pensionskasse Post verschlechtern sich die Bedingungen für die Versicherten in regelmässigen Abständen. Wir beobachten diesen Leistungsabbau aus Distanz, doch würden wir das Wirken und die Anlagestrategie des Stiftungsrats lieber selber mitbeeinflussen. Aus dieser Verantwortung heraus haben wir für die Wahlen der Pensionskasse 2017 eine SAP-Liste aufgestellt. Unsere Liste führte folgende Kandidaten auf:

-          Olivier Cottagnoud, Präsident der SAP

-          Lionel Laurent, Vizepräsident der SAP

-          Franco Edera, Regionalsekretär der SAP im Tessin

-          Barth Muepu, Vorstandsmitglied der SAP aus der Deutschschweiz

 

Leider wurde unsere Liste vom Stiftungsrat der Pensionskasse abgelehnt (was nicht erstaunt, ist der Stiftungsrat doch in den Händen der zwei anderen Gewerkschaften). Wir haben bei der Ueberwachungsbehörde Einspruch eingelegt und warten auf das Resultat.

 

Gesamtarbeitsvertrag Post

Die Post und ihre zwei ‚Partner’gewerkschaften haben beschlossen, den aktuellen GAV vorzeitig um zwei Jahre zu verlängern. Dieser Entscheid, der ihnen gut passt, zeigt, dass sie mit Nachdruck einen GAV verlängern wollen, von dem hauptsächlich der Arbeitgeber profitiert und der nicht von der SAP mitverhandelt wurde. Für die Postangestellten ist es ein ungünstiger GAV, der abgeschlossen wurde, bevor die SAP notwendige Verbesserungen erkämpfen konnte.

 

Mitgliederschutz 

Um den Schutz unserer Mitglieder in diesen schwierigen Zeiten zu professionalisieren, hat der Vorstand eine Kollektiv-Rechtsschutz-Versicherung für alle SAP-Mitglieder abgeschlossen. Die ‚Fortuna’ steht uns also beiseite und begleitet alle Kolleginnen und Kollegen in Schwierigkeiten. Vertrag 80193455

Kontakt: Marco Beffa, Fortuna Adliswil, Tel. 058 472 72 19     marco.beffa@fortuna.ch

 

 

Schweiz. Autonome Pöstlergewerkschaft

Dezember 2017